Familienbezogene Besoldungsbestandteile im Spannungsfeld von Alimentations- und Leistungsprinzip
Das Leistungsprinzip hat sich seit der Dienstrechtsreform 1997 und der damit einhergehenden Einführung leistungsorientierter Besoldungselemente als Entlohnungsprinzip in der Beamtenbesoldung etabliert. Als solches steht es im Widerspruch zum Alimentationsprinzip, welches als der bedeutsamste Grundsatz für die Beamtenbesoldung gelten kann. Im Zentrum dieses Widerspruchs stehen familienbezogene Besoldungsbestandteile, welche einerseits als Kernelement des Alimentationsprinzips angesehen werden können, aber andererseits in offensichtlichem Konflikt zu einer dem Leistungsprinzip folgenden Besoldung stehen. Diesem Spannungsverhältnis widmet sich der Forschungsbericht von Philipp Gottstein. Er zeigt die Widersprüchlichkeit anhand von Besoldungsdaten auf, die er beispielhaft für vier Bundesländer aufarbeitet. In der Einordnung seiner Ergebnisse in einen breiteren Gesamtkontext wirft er die kritische Frage auf, inwieweit Familienbesoldung in ihrer heutigen Form noch angemessen und zeitgemäß ist.