Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung

Dark-Pattern-Detection-App "DaPDA"

Das Dark-Pattern-Projekt DaPDA untersucht die Steuerung von Verbraucherinnen und Verbrauchern in digitalen Umgebungen.

VerbraucherInnen kommen regelmäßig, viele mehrmals täglich, in Situationen, in denen sie online Handlungen vornehmen, insbesondere etwa Produkte kaufen, Leistungen abrufen oder Einwilligungen zu Datenverarbeitungen geben. Dabei handeln sie nach Erkenntnissen der Verhaltensökonomie nicht voll, sondern alleine begrenzt rational. Auch lassen sie sich durch Designs lenken. AnbieterInnen digitaler Dienste nutzen das Wissen hierüber durch Dark Pattern zunehmend geschickt zu ihrem Vorteil. VerbraucherInnen stehen dem weitgehend hilflos gegenüber. Das Projekt DaPDA leuchtet diesen blinden Fleck umfassend aus.

Zudem entwickelt das Projekt DaPDA zusammen mit der Universität Heidelberg die Grundlagen einer „Dark-Pattern-Detection-App“ mitsamt der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die „Dark-Pattern-Detection-App“ erkennt mithilfe KI-basierter Textanalyse also Dark Patterns und gestaltet sie - perspektivisch - personalisiert für den jeweiligen Verbraucher um.
 
Das am FÖV angesiedelte Teilprojekt „Rechtswissenschaft/Verhaltensökonomie“ stellt rechtliche Antworten auf die Herausforderungen verhaltensökonomischer Steuerung und des Designs von Human-Computer-Interface (HCI) bereit. Leitend ist dabei die Erkenntnis, dass das Verbraucherschutzrecht, etwa das Datenschutzrecht der DSGVO, auf das Phänomen der Dark Pattern nicht genügend vorbereitet ist. Es baut auf dem Bild der rationalen VerbraucherIn und Informationslösungen auf. Jedoch kann nur ein Verbraucherschutzrecht, welches stärker die „beschränkt rationale VerbraucherIn“ berücksichtigt, wirksamen Schutz vor Dark Pattern bieten und dabei sowohl die Autonomie stärken als auch regulatorische Ziele durchsetzen. Rahmenbedingungen hierfür gilt es zu erforschen. Soll eine Dark-Pattern-Detection-App personalisierte Reaktionen erzeugen, stellt dies aus rechtlicher und regulatorischer Sicht wiederum eine besondere Herausforderung dar, etwa aus Datenschutz- und Diskriminierungs-, aber auch aus wettbewerbsrechtlicher Sicht – diese erforscht das Teilprojekt ebenso.

DaPDA informiert auf seiner Homepage zudem umfassend über seine Erkenntnisse und schafft ein Portal, das Dark Pattern sammelt und hierüber aufklärt.

Gefördert durch Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen
Bundestages.

Kontakt

Prof. Dr. Mario Martini

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 Quirin Weinzierl

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 Paul Seeliger

 Christian Drews