Aktuelles

Seit Anfang 2016 forscht der Programmbereich "Digitalisierung" an der Schnittstelle zwischen öffentlichem Recht, Verwaltungswissenschaft und Digitalisierung. Unser Ziel ist es, früh Impulse zu setzen, die in die Wissenschaft und Praxis ausstrahlen. Auf der Seite "Aktuelles" informieren wir regelmäßig über einige ausgewählte Highlights unserer Arbeit.

 

Oktober/November 2020

Veranstaltungsreihe „Dark Patterns Lunch Talks“

Sogenannte „Dark Patterns“ begegnen Nutzer:innen beinahe täglich – etwa in Form von asynchron gestalteten Cookie-Einwilligungsfeldern, (unwahren) Kundenbewertungen oder verbraucherunfreundlichen Vorauswahlen. Digitale Dienste können das Entscheidungsverhalten von Nutzer:innen durch die geschickte Gestaltung von User Interfaces steuern. Gezieltes Testen suggestiver Designs spürt dazu die Schwächen menschlicher Entscheidungsfindung auf.

Die disziplinübergreifende Veranstaltungsreihe widmet sich dem Phänomen aus drei ineinandergreifenden Perspektiven. Die einstündigen Veranstaltungen bauen inhaltlich nicht aufeinander auf, ergeben in der Summe aber ein größeres Bild.

https://dapde.de/de/anmeldung/

Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs um 15 Uhr s.t. statt.

  • 28.10., 15 Uhr s.t.: „Shining a Light on Dark Patterns"
    Prof. Lior J. Strahilevitz, Sidley Austin Professor of Law, University of Chicago
    im Gespräch mit Projektkoordinator Quirin Weinzierl, LL.M. (Yale) (engl.)
  • 11.11., 15 Uhr s.t.: „Nudging hell und dunkel
    Prof. Dr. Lucia Reisch, Copenhagen Business School, Department of Management, Society and Communication – Consumer & Behavioural Insights Group
    im Gespräch mit Projektreferent Paul Seeliger (dt.)
  • 25.11., 15 Uhr s.t.: „Online Manipulation and Autonomy
    Prof. Helen Nissenbaum, Ph.D., Cornell Tech, Information Science, Director of the Digital Life Initiative
    im Gespräch mit Projektreferent Christian Drews (engl.)

Zugangsdaten werden nach Anmeldung versendet. Teilnahme an allen oder einzelnen Veranstaltungen möglich.

 

1.10.2020

Workshop „Aktuelle Fragen der IT- und Cybersicherheit“ im BMI

In einem interdisziplinären Workshop in Berlin hat sich der Programmbereich „Digitalisierung“ am 01.10.2020 mit verschiedenen Mitarbeitern der Abteilung Cyber- und Informationssicherheit (C I) des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) über aktuelle Forschungsthemen ausgetauscht. Die Vorträge und Diskussionen drehten sich um die Themen Quellen-Telekommunikationsüberwachung, Strafverfolgung im Darknet, Hackbacks, IoT-Regulierung und Quantentechnologie. Im Fokus der Veranstaltung, die im BMI in Berlin stattfand, war es, relevante Fragen für Forschung und Praxis zu identifizieren, sowie den Dialog zwischen juristischer und informatischer Perspektive zu intensivieren. Aus dem Programmmbereich Digitalisierung teilgenommen haben: Sarah Fröhlingsdorf, Roland Klein, Michael Kolain, Luise Warmuth und Sophie Christine Wiesehöfer.

 

September 2020

Erkenntnisse zur Algorithmen-Regulierung jetzt auch auf englisch

In dem Sammelband „Algorithms and Law“, der bei Cambridge University Press erschienen ist, fasst Programmbereichsleiter Prof. Dr. Mario Martini zentrale Erkenntnisse des FÖV-Forschungsprojekts „Algorithmen und Künstliche Intelligenz als Regulierungsaufgabe“ für ein englischsprachiges Publikum zusammen.

„Despite their profound and growing influence on our lives, algorithms remain a partial “black box.” Keeping the risks that arise from rule-based and learning systems in check is a challenging task for both: society and the legal system. This chapter examines existing and adaptable legal solutions and complements them with further proposals. It designs a regulatory model in four steps along the time axis: preventive regulation instruments; accompanying risk management; ex post facto protection; and an algorithmic responsibility code. Together, these steps form a legislative blueprint to further regulate artificial intelligence applications.“

Mario Martini, Regulating Algorithms – How to Demystify the Alchemy of Code?“, in: Ebers/Navas, Algorithms and Law, Cambridge University Press 2020, S. 100-135.

 

September 2020

Mehrere neue Publikationen von Dr. Jonas Botta zum Datenschutzrecht

Im Jahre 2020 konnte der Forschungsreferent Dr. Jonas Botta nicht nur seine Dissertation (Betreuer: Prof. Dr. Mario Martini), sondern auch datenschutzrechtliche Aufsätze vorlegen.

Botta, Datenschutz bei E-Learning-Plattformen, Rechtliche Herausforderungen digitaler Hochschuldbildung am Beispiel der Massive Open Online Courses (MOOCs), Dissertation Speyer, Nomos, Baden-Baden 2020, 430 Seiten.

Die digitale Transformation aller Lebensbereiche schreitet unaufhaltsam voran. Auch vor Hochschulpforten macht sie keinen Halt. Doch im Schatten des Erfolgs neuer Bildungstechnologien verbergen sich bislang ungeahnte Herausforderungen für den Datenschutz. Welche dies sind und wie sie sich bewältigen lassen, untersucht erstmals die vorliegende Arbeit umfassend.

Am Beispiel der Massive Open Online Courses (MOOCs) untersucht Jonas Botta vornehmlich die drohende Totalerfassung der E-Learner im virtuellen Seminarraum, die geschäftsmäßige Weitergabe ihrer Daten an Dritte und das spezielle Risiko transatlantischer Datenübermittlungen angesichts des defizitären EU-US Privacy Shield. Dadurch schließt die Arbeit nicht nur die bestehende Forschungslücke zu den Online-Kursen, sondern leistet zugleich auch einen wichtigen Beitrag dazu, vertiefte Einblicke in die DS-GVO und die einschlägigen deutschen Datenschutzvorschriften zu erlangen.“

Botta, The Dark Side of the MOOC? The Rise of EdTech in Times of COVID-19: A Data Protection Challenge for Universities, Privacy in Germany (PinG), S. 93-99.

The dramatic spread of COVID-19 is causing a profound upheaval in education. Almost overnight, there has been an unprecedented need for educational technologies (“EdTech”) to compensate for the loss of “face-to-face” teaching at schools and universities. (…)

However, if, for instance, universities want to make EdTech such as MOOCs available to their students as soon as possible, they will not only have to deal with financial and educational but also legal challenges. The virtual seminar room gives rise to completely new questions regarding the privacy of students: Which data protection standards must EU universities observe within the scope of the General Data Protection Regulation if they want to process user data for teaching or research purposes? (...)“

Botta, Zwischen Rechtsvereinheitlichung und Verantwortungsdiffusion: Die Prüfung grenzüberschreitender Datenübermittlungen nach »Schrems II«, CR 2020, S. 505-513.

„Der Beitrag beschäftigt sich in Anknüpfung an das Schrems II-Urteil des EuGH vom 16.07.2020 (C-311/18, CR 2020, 529) mit der Prüfung grenzüberschreitender Datenübermittlung. Einleitend wird zur Thematik hingeführt. Sodann erfolgt die Auseinandersetzung mit der Rechtsgrundlage der Angemessenheitsbeschlüsse gem. Art. 45 Abs. 3 DSGVO. Dabei werden die Angemessenheitsbeschlüsse in die Systematik der Art. 44 ff. DSGVO eingeordnet und der Prüfungsmaßstab der Gleichwertigkeit betrachtet.“

 

31. August 2020

Dapde: Neuer Artikel zu „Dark Patterns“ in der NVwZ-Extra

Projektkoordinator Quirin Weinzierl (Drittmittelprojekt Dapde) hat einen neuen Artikel zum Thema Dark Patterns veröffentlicht: Der Aufsatz richtet einen verhaltensökonomischen Blick auf das Phänomen der Dark Patterns.

Der volle Beitrag in NVwZ– Extra15/2020, S. 1- 11 ist hier abrufbar.

Die Diskussion zu verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen und Recht (Behavioral Law and Economics) dreht sich um zwei Fragen: die Grenzen des Einsatzes verhaltenswissenschaftlicher Regulierungsinstrumente (Nudging) sowie die Kritik an etablierten Regulierungskonzepten, insbesondere dem Informationsmodell. Dark Patterns rufen eine dritte Frage auf den Plan: der Schutz vor der Ausnutzung von Verhaltensanomalien durch Private.

Weitere Informationen zum Projekt Dapde auch auf der Webseite https://dapde.de/de/

 

30.07.2020

Aufsatz zur Versammlungsfreiheit unter Pandemie-Bedingungen

In einem Aufsatz in der Neuen Juristischen Online Zeitschrift (NJOZ) setzen sich Programmbereichsleiter Prof. Dr. Mario Martini, Forschungsreferentin Bianca Thiessen, Maître-en-droit (Paris 2) und Forschungsreferent Jonas Ganter mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für Versammlungen in Zeiten von SARS-Cov-2 auseinander. Der Aufsatz ist Teil des Drittmittelprojekts OPMOPS.

Aus der Einleitung: „Die Corona-Pandemie versetzt das grundrechtliche Ordnungsgefüge in einen Ausnahmezustand. Nicht zuletzt die Versammlungsbehörden sehen sich vor schwierige Entscheidungen gestellt. Die verfassungs-, versammlungs- und infektionsschutzrechtlichen Grenzen, denen Versammlungsbeschränkungen unterworfen sind, haben sie dabei nicht immer respektiert.

Martini/Thiessen/Ganter, „Zwischen Vermummungsverbot und Maskengebot: die Versammlungsfreiheit in Zeiten der Corona-Pandemie“, NJOZ 2020, 929-935.

 

6.3.2020

Veranstaltung zur OZG-Umsetzung in der Landesvertretung Bremen in Berlin

Am 6. März 2020 hat der Programmbereich die Tagung „Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung – Umsetzung des OZG in Bund und Ländern“in der Bremer Landesvertretung in Berlin gemeinsam mit der Kanzlei Redeker, Sellner & Dahs veranstaltet. Dabei ging es um den aktuellen Stand und die rechtlichen Herausforderungen bei der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG).

Im Zentrum stand die Frage: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wenn der Staat seine Kommunikationskanäle zum Bürger und seine internen Prozesse digitalisiert - und wo sind künftig Änderungen notwendig? Vorträge hielten Dr. Cornelius Böllhoff (RA bei Redeker), Hans-Henning Lühr (Staatsrat in Bremen), Ernst Bürger (BMI), Prof. Dr. Thorsten Siegel (FU Berlin) und PD Dr. Ariane Berger (Landkreistag).

Die Veranstaltung bot einen aktuellen Einblick in ein wichtiges IT-Mammutprojekt und den beteiligten Akteuren die Möglichkeit, in die Zukunft der digitalen Verwaltung zu blicken.

 

17.2.2020

Interdisziplinärer Workshop zum Thema „Computational Law“

In einem interdisziplinären Workshop in Speyer haben sich juristische und informatische Forscherinnen und Forscher mit Fragen an der Schnittstelle zwischen Recht und Code auseinandergesetzt. Gemeinsam mit fortiss München (Wissenschaftlicher Direktor: Senior Fellow Prof. Dr. Helmut Krcmar) widmete sich der Programmbereich „Digitalisierung“ am 3./4. Februar 2020 den Themenbereichen digitale Verwaltung, automatisierte Zivilprozesse und autonomes Fahren. Im Zentrum stand die Frage, inwiefern Recht automatisierbar und technische Lösungen gesetzeskonform programmierbar sein können. Eine Fortsetzung des wissenschaftlichen Dialogs zwischen Recht und Informatik ist geplant.

 

15.1.2020

Prof. Martini stellt Regulierungsvorschläge zur KI in Brüssel vor

Bei der Veranstaltung „Algorithmen kontrollieren - geltendes Recht durchsetzen“ hat Prof. Martini die Ergebnisse eines wissenschaftlichen Gutachtens zur Regulierung algorithmenbasierter Entscheidungssyssteme vorgestellt. Veranstalter in Brüssel waren der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen.

Eine besondere Bedeutung erhält die Expertise durch die Ankündigung der neuen Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit einen Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz vorzulegen. Bei der Veranstaltung waren zahlreiche hochrangige Vertreter der EU-Institutionen anwesend. Im Anschluss an die Keynote von Prof. Martini diskutierten u.a. Ursula Heinen-Esser (Landesministerin in NRW), Axel Voss (MdEP), Lucilla Sioli (EU-Kommission), Cornelia Kutterer (Microsoft) und Klaus Müller (vzbv) über die Regulierungsvorschläge.

 

9. Januar 2020

Grundlagenaufsatz an der Schnittstelle von Verhaltensökonomie und Datenschutz

Prof. Dr. Mario Martini und Quirin Weinzierl, LL.M. (Yale) betrachten den Privacy by Design-Grundsatz der Datenschutzgrundverordnung in neuem Licht. Gestützt auf verhaltensökonomische Erkenntnisse etablieren sie Grenzen für die Nutzung von Entscheidungszwang in der digitalen Welt.

Mit dem Beitrag „Mandated Choice: der Zwang zur Entscheidung auf dem Prüfstand von Privacy by Default (Art. 25 Abs. 2 S. 1 DSGVO)“ haben die Autoren einen Beitrag zur rechtsökonomischen Grundlagenforschung vorgelegt. Er ist in der Zeitschrift „Rechtswissenschaft“ (RW) im Nomos Verlag erschienen (Heft 3/2019). Der Aufsatz beleuchtet den Umgang des Datenschutzrechts mit Entscheidungsarchitekturen in digitalen Angeboten, die Verhaltensanomalien der Nutzerinnen und Nutzer gezielt ausnutzen (sog. Dark Patterns). Er untersucht die Vorgaben des Art. 25 Abs. 2 DSGVO (privacy by default) im Hinblick auf verschiedene Modalitäten im Umgang mit Datenschutzerklärungen.

 

Januar 2020

Studie für die Bertelsmann-Stiftung erschienen

In der Studie „Automatisch erlaubt? Fünf Anwendungsfälle algorithmischer Systeme auf dem juristischen Prüfstand“, die sie für die Bertelsmann-Stiftung erstellt hat, zeigen die Autoren Mario Martini, Jonas Botta, Michael Kolain und David Nink, dass der bestehende deutsche Rechtsrahmen und übergreifende europäische Regelungen wie die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) dem Einsatz von Algorithmen bereits klare Grenzen setzen.

Neben Beispielen aus dem Hochschulsektor analysieren die Autoren Fälle aus dem Polizei- und Gerichtswesen sowie zu sozialen Netzwerken und zeigen auf, dass insbesondere internationale Anwendungsfälle, die mit personenbezogenen Daten gespeist vollautomatisierte Entscheidungen treffen, nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen werden können.

Die Veröffentlichung stammt aus den Forschungsprojekten zu Algorithmen und Künstliche Intelligenz, e-Justice und Digitale Bildung.

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Automatisch erlaubt? – Fünf Anwendungsfälle algorithmischer Systeme auf dem juristischen Prüfstand, Gütersloh 2020, 92 Seiten.

  • Martini, Mario/Botta, Jonas, Der Algorithmus als universitärer   Pfortenwächter, S. 12-21.
  • Martini, Mario/Botta, Jonas, Studienerfolg auf Kosten informationeller Selbstbestimmung?, S. 22-31.
  • Martini, Mario/Nink, David, Mit der algorithmischen Kristallkugel auf Tätersuche?, S. 32-43.
  • Martini, Mario/Nink, David, Strajustiz ex machina?, S. 44-62.
  • Martini, Mario/Kolain, Michael, Soziale Netzwerke zwischen Refugium vertraulicher Kommunation und Daten-Eldorado für personalisierte Angebote, S. 63-76.

 

Dezember 2019

Neues BMJV-Drittmittelprojekt am FÖV zu Dark Patterns

Das FÖV (Prof. Dr. Mario Martini und Quirin Weinzierl, LL.M. (Yale)) wird ab dem 1.1.2020 zusammen mit der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Michael Gertz) KI-gestützte Strategien gegen Dark Patterns erforschen.

Im Rahmen des Drittmittelprojekts „DaPDA – Dark Pattern Detection App“ fördert das BMJV das FÖV über einen Zeitraum von 3 Jahren mit ca. 500.000 €. Ziel ist die Erforschung rechtlicher Grenzen von Entscheidungsarchitekturen in digitalen Angeboten, die Verhaltensanomalien der Nutzer gezielt ausnutzen (sog. Dark Patterns). Zusammen mit dem Lehrstuhl für Database System Research der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Michael Gertz) sucht das Projekt zudem nach Möglichkeiten, Dark Pattern KI-basiert zu erkennen und automatisch den Nutzerpräferenzen anzupassen.

Nähere Informationen auf der Homepage des Projekts.

 

3.12.2019

Debattenbeitrag bei netzpolitik.org

Mit einer datenschutzrechtlichen Kurzanalyse haben Prof. Dr. Mario Martini, Matthias Hohmann und Michael Kolain aus dem Programmbereich „Digitalisierung“ die öffentliche Debatte um das „Digitale-Versorgung-Gesetz“ (DVG) mitgeprägt. Ihr Artikel auf netzpolitik.org zeigt auf, dass sich die Gesetzgebung im Bereich des Sozialdatenschutzes verkompliziert hat, seit die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das Widerspruchsrecht aus Art. 21 Abs. 6 DSGVO auch im Hinblick auf die Datenweitergabe der gesetzlichen Krankenkassen an ein Forschungsdatenzentrum unmittelbare Wirkung entfaltet.
 

Oktober 2019

Datenethikkommission stellt Gutachten vor

Die Datenethikkommission der Bundesregierung ihr über 200 Seiten starkes Gutachten am 23. Oktober im Bundeministerium für Justiz und für Verbraucherschutz in Berlin vorgestellt. Der Leiter des Programmbereichs „Digitalisierung“, Prof. Dr. Mario Martini, war Mitglied der Kommission und kann auf ein intensives Jahr zurückblicken. „In dem Gutachten steckt viel Schweiß und Herzblut. Es hat mir große Freude bereitet, in einem so pluralen Gremium nach Lösungen für drängende Fragen unserer Gesellschaft zu suchen.“, so Prof. Martini.

Aufgabe der Datenethikkommission war es nicht nur „ethische Leitlinien für den Schutz des Einzelnen, die Wahrung des gesellschaftlichen Zusammenlebens und die Sicherung und Förderung des Wohlstands im Informationszeitalter“ zu entwickeln, sondern sie sollte auch konkrete „Handlungsempfehlungen und Regulierungsmöglichkeiten“ vorschlagen. Gerade in dem Teil F „Algorithmische Systeme“ sind zahlreiche Vorarbeiten aus dem FÖV-Forschungsprojekt „Algorithmenkontrolle als Regulierungsaufgabe“ und der Monographie „Blackbox Algorithmus“ eingeflossen.

Siehe auch die Links zur Pressemitteilung und zum Gutachten.

 

27.9.2019

Vortrag auf der Konferenz „Staatsmodernisierung und Verwaltungstransformation“

Die wissenschaftlichen Konferenz „Staatsmodernisierung und Verwaltungstransformation“ fand am 9. September 2019 bereits zum zweiten Mal als Kooperationsprojekt des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ), des Lorenz-von-Stein-Instituts für Verwaltungswissenschaften, des Kompetenzzentrums für Öffentliche IT (ÖFIT) und des FÖV Speyer statt. Schwerpunktthema war die disruptive Technologie der künstlichen Intelligenz. Die Konferenz fand am Sitz des schleswig-holsteinischen Landtags statt und war Teil des Digitalfestivals „Digitale Woche Kiel“.

Die Referierenden näherten sich dem komplexen Thema der KI aus rechtlicher, informatischer, verwaltungswissenschaftlicher und ethischer Perspektive an. Einen Vortrag hielten u. a. Prof. Dr. Oliver Zöllner (Hochschule der Medien Stuttgart), Prof. Dr. Peter Parycek (ÖFIT) und Prof. Dr. Utz Schliesky (Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften Kiel). Darüber hinaus stellten Forschende aus dem deutschsprachigen Raum ihre zukunftsweisenden Forschungsideen, Studien zum Wandel des öffentlichen Sektors sowie praxisrelevanten Konzepte zur Diskussion. Das FÖV Speyer war durch den Forschungsreferenten Jonas Botta vertreten, der Forschungsergebnisse zu datenschutzrechtlichen Fragen der digitalen Hochschulbildung vorstellte.

 

Juli 2019

2. Platz beim „Science Dialog“ des Zukunftskongresses Staat & Verwaltung 2019

In einem Team mit Dian Balta (fortiss München) und Henrik Scholta (Universität Münster) hat Michael Kolain (Programmbereich „Digitalisierung“) den 2. Preis beim „Science Dialog“ im Rahmen des Zukunftskongress Staat & Verwaltung errungen. Für ihr Projekt zu „No Stop Shops“ erhielten sie ein Preisgeld von 3.000 €. Aus einem Teilnehmerfeld von 17 Einreichungen waren fünf Projekte in die Endrunde gekommen. Dian Balta stellte das Projekt in Berlin vor und nahm den Pokal für den Silberrang entgegen. Der erste Preis ging an FH Südwestfalen, auf Platz drei schaffte es das DFKI.

No-Stop-Shops sind eine zukunftsweisende Ergänzung, um die bestehenden Probleme zunehmend digitalisierter Verwaltungsleistungen zu adressieren. Die Wissenschaft hat das Konzept bereits analysiert, etwa unter dem Begriff Prozessketten zwischen Wirtschaft und Verwaltung und „No-Stop-Verwaltung“. Die Besonderheit des No-Stop-Shops ist, dass Nutzer keinen Antrag mehr stellen müssen, um geeignete Verwaltungsservices zu bekommen. Stattdessen sorgen Analysewerkzeuge und datengestützte Vorhersagen dafür, dass die Verwaltung antizipiert, ob ein Service für den Bürger relevant ist. Die gesetzlich geregelte Leistung erbringt die Verwaltung anschließend ohne Aufforderung.

Die Pressemitteilung des Zukunftskongresses zum „Science Dialog“ finden Sie hier.

 

Juni 2019

KI-Regulierung: Erste Monographie zum Thema erschienen

Das Buch „Blackbox Algorithmus“ von Mario Martini (unter Mitarbeit von Michael Kolain und Jan Mysegades) liefert eine rechtswissenschaftliche Analyse der Chancen und Gefahren algorithmenbasierter Verfahren. Algorithmen, die im Maschinenraum moderner Softwareanwendungen werkeln, sind zu zentralen Steuerungsinstanzen der digitalen Gesellschaft avanciert. Immer nachhaltiger beeinflussen sie unser Leben. Ihre Funktionsweise gleicht aber teilweise einer Blackbox. Die in ihr schlummernden Risiken zu bändigen, fordert die Rechtsordnung heraus. Das Buch beleuchtet die gesellschaftlichen Gefahren einer zunehmenden gesellschaftlichen Steuerung durch Algorithmen und entwickelt erste Regulierungsideen, mit deren Hilfe sich die Wertschöpfungspotenziale automatisierter digitaler Prozesse mit den Grundwerten der Rechtsordnung versöhnen lassen.

Mario Martini (unter Mitarbeit von Michael Kolain und Jan Mysegades), „Blackbox Algorithmus – Grundfragen einer Regulierung künstlicher Intelligenz“, Springer-Verlag, Heidelberg, 2019, 426 Seiten.

Das Werk ist aus dem Forschungsprojekt zu KI und Algorithmen entstanden.

Rezension in der FAZ:

https://www.uni-speyer.de/fileadmin/Lehrstuehle/Martini/2019_Blackbox_FAZv.11062019_3_.pdf und in der M&K https://www.hans-bredow-institut.de/de/publikationen/m-k-1-2-2020

 

Januar 2019

Sammelband zur digitalen Verwaltung

Margrit Seckelmann, Geschäftsführerin des FÖV und assoziiertes Mitglied im Programmbereich "Digitalisierung" hat das Handbuch "Digitalisierte Verwaltung - Vernetztes E-Government" im renommierten Erich-Schmidt-Verlag herausgegeben. Es geht in besonderer Weise auf die Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung ein. Mit seinem multiperspektivischen und ebenenübergreifenden Zugang war es das erste Werk seiner Art nach dem Wirksamwerden der Datenschutzgrundverordnung und hat sich seither zu einem Standardwerk entwickelt.

 

Programleiter

Prof. Dr. Mario Martini

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Koordinator

 Michael Kolain

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