Allgemeine Informationen

Einen zentralen Bestandteil der Arbeit des Instituts stellen die Veranstaltungen des FÖV dar, in denen seine Forschungsergebnisse mit Wissenschaftlern und - je nach Veranstaltungsform - auch Verwaltungspraktikern diskutiert und weiterentwickelt werden. Drei Formen kennzeichnen das Veranstaltungsprogramm: Forschungskolloquien, Forschungssymposien und in begrenztem Umfang Forschungstagungen.

1. Forschungskolloquien

In den institutsinternen Forschungskolloquien stellen alle Projektleiter und Projektbearbeiter etwa nach der Hälfte der Bearbeitungszeit eines Vorhabens ihren methodischen Ansatz und die bisherigen Forschungsergebnisse vor. An den Kolloquien nehmen die Mitglieder des Instituts und als Gäste die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Hochschule sowie gelegentlich Vertreter von Wissenschaft und Praxis teil. Regelmäßig werden auch ausländische oder sonstige auswärtige Wissenschaftler zu einem Gastvortrag eingeladen. Für die Mitglieder des Instituts dient das Kolloquium nicht nur dazu, sich frühzeitig der Kritik zu stellen und gegebenenfalls rechtzeitig Korrekturen vorzunehmen, sondern auch dem interdisziplinären Gespräch. Zusätzlich werden in Kolloquien Themen einbezogen, welche Methodenprobleme der multidiziplinären Forschung, Querschnittsperspektiven der Verwaltungsforschung und Forschungsschwerpunkte des Instituts zur Diskussion stellen. Damit soll die Kommunikation zwischen Projektleitern wie Forschungsreferenten gefördert werden.

2. Forschungssymposien

Eine möglichst weitreichende Öffnung des wissenschaftlichen Austauschs sowie die Verbindung zur Verwaltungspraxis sollen vor allem die Forschungssymposien sicherstellen. In diesen Symposien, deren Ergebnisse regelmäßig in Tagungsbänden festgehalten werden, werden entweder Fragen eines konkreten Forschungsprojekts erörtert oder aktuelle Themen aufgegriffen, welche allgemein an die Institutsforschung anknüpfen. Aus jüngerer Zeit sei als Beispiel einer projektbezogenen Veranstaltung das Seminar über "Privatisierung und staatliche Regulierung" genannt, an dem Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler wie Praktiker aus den Bereichen Bahn, Post und Telekommunikation sowie Rundfunk teilnahmen. Eine projektbezogene Forschung begleiteten auch "Workshops on Comparative International Governmental Accounting Research", an denen Forscher aus zahlreichen Ländern Forschungsmethoden, Projekte und Ergebnisse der international vergleichenden Forschung auf dem Gebiet des öffentlichen Rechnungswesens erörterten. Im Rahmen der bereits zur festen Institution gewordenen "International Speyer Workshops" diskutiert ein interdisziplinärer Kreis von Verwaltungswissenschaftlern und Praktikern aktuelle Fragen der Verwaltungsmodernisierung. Regelmäßig fanden auch Auswertungsseminare zu den in Zusammenarbeit mit dem Hochschul-Kanzlerarbeitskreis "Verwaltungsvereinfachung" durchgeführten Projekte statt. Zum Abschluss dieser Seminare wurden jeweils "Speyerer Empfehlungen" verabschiedet, zuletzt zum Thema "Einwirkungen der Finanzminister auf den Hochschulbereich"; die Empfehlungen haben in allen Fällen entsprechende Reformen in den Bundesländern ausgelöst oder begünstigt.

Beispiele für Symposien, die aktuellen Forschungsthemen gewidmet sind, stellen die jährlich in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsausschuss "Straßenrecht" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen veranstalteten Seminare dar; an diesen Veranstaltungen nehmen neben Wissenschaftlern und Praktikern aus der Ministerial- und Fachverwaltung auch Richter oberer und oberster Gerichte teil. Als weiteres Beispiel für ein aus aktuellem Anlass im Jahre 1996 veranstaltetes Symposion kann das Seminar über "Ministerialorganisation zwischen Berlin und Bonn" genannt werden, das die jüngste Kritik am Umzugsbeschluss zum Gegenstand einer Diskussion zwischen Wissenschaftlern und Praktikern gemacht hat.

3. Forschungstagungen

Während bei den Forschungssymposien durch ihre inhaltliche Ausrichtung und durch die Begrenzung des Teilnehmerkreises der Forschungscharakter im Vordergrund steht, dienen Forschungstagungen der Vermittlung und Erörterung von Forschungsergebnissen unter Beteiligung einer größeren Fachöffentlichkeit. Nachdem bisher die jährlichen "Verwaltungswissenschaftlichen Arbeitstagungen" diese Aufgabe vorwiegend durch Behandlung spezieller Themen wie "Die Reform des Verwaltungsverfahrensrechts" oder "Die Stellung der Landesparlamente im Spannungsfeld zwischen Kompetenzverlust und Exekutivföderalismus" erfüllt haben, müssen angesichts knapper werdender finanzieller Ressourcen solche speziellen Veranstaltungen eher zurückgestellt werden. Forschungstagungen, die Querschnittsperspektiven der Verwaltungsforschung und Forschungsschwerpunkte des Instituts thematisieren, sollen aber auch in Zukunft nach Möglichkeit repräsentative Einblicke in die Speyerer Aktivitäten vermitteln.

Bei seinen Veranstaltungen sucht das Institut nicht nur die Kooperation mit ausländischen und internationalen Partnern. Es gibt eine Reihe von deutschen Institutionen, wie die Deutsche Sektion des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften, die für eine Zusammenarbeit gewonnen werden können. Die Kooperationsmöglichkeiten umfassen auch Universitäten. So wurde 1994 ein Seminar über die Aufgaben- und Vermögenszuordnung in den neuen Bundesländern in Zusammenarbeit mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt.


zur vorherigen Seitezum Seitenanfang

© 2006 Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer - alle Rechte vorbehalten • HomeImpressum