Arbeitsstelle für Verwaltungsbefragungen

Die Arbeitsstelle für Verwaltungsbefragungen wurde von Univ.-Prof. Dr. Helmut Klages gegründet. Seit Mitte der 80er Jahre führt Univ.-Prof. Dr. Klages Mitarbeiter-, Bürger-, Publikums- und Kundenbefragungen auf allen Ebenen der Verwaltung (Bund, Länder, Gemeinden, Körperschaften des öffentlichen Rechts) zusammen mit seinen Mitarbeitern durch. Nach ihrer Integrierung in das Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer führt die Arbeitstelle für Verwaltungsbefragungen diese Tätigkeit im Sinne eines kontinuierlich verfügbaren Leistungsangebots für die öffentliche Verwaltung und mit einem verbreiterten Leistungsprofil fort.

Arbeitskonzept der Arbeitsstelle für Verwaltungsbefragungen

Die Arbeitsstelle sieht es als ihre Aufgabe an, öffentliche Verwaltungen bei der Durchführung von Befragungen zu unterstützen. Ziel ist hierbei, möglichst repräsentative Ergebnisse mit möglichst hohem Informationsertrag bei gleichzeitig vergleichsweise geringen Kosten zu ermöglichen. Zur Erreichung dieses Zieles ist aus unserer Sicht eine möglichst enge Kooperationsbeziehung zwischen Auftraggeber und Arbeitsstelle anzustreben. In Zusammenarbeit mit den Verwaltungen sollen Befragungen durchgeführt werden, die unter professioneller Berücksichtigung wissenschaftlicher Qualitätsanforderungen und datenschutzrechtlicher Belange ein Maximum politischer und für das Management relevanter Informationen erbringen. Gleichzeitig sollen die Kosten möglichst gering bleiben. Es geht uns also um die Erreichung eines Preis-/Leistungsoptimums unter der Prämisse, dass die Erlangung steuerungsrelevanter Informationen die Grundintention jeder Befragung ist.

  • Die Arbeitsstelle verwendet Befragungen als ein multifunktionales Instrument, das im Rahmen von Zielsetzungen der Verwaltungsmodernisierung, der Verbesserung der Verwaltungskultur, der Selbstbewertung der Organisations- und Führungsqualität, der Entwicklung der Bürger- und Kundenorientierung sowie der Mitarbeiterbeteiligung einsetzbar ist. Mit der von der Arbeitsstelle entwickelten innovativen Vorgehensweise werden bei jeder einzelnen Befragung differenzierte Durchleuchtungen erzielt von
    • Befindlichkeiten,
    • Erwartungen,
    • Motivlagen,
    • Problemwahrnehmungen,
    • Verwaltungsbewertungen und
    • Verbesserungsvorstellungen

von Mitarbeiter/innen, Bürgern, Kunden, Politikvertretern und Repräsentanten öffentlicher und privater Organisationen.

  • Der inzwischen vorhandene, über mehrere Jahre hinweg angewachsene Datenfundus ermöglicht die Abgleichung von Befragungsergebnissen mit Ergebnissen, die bei anderen Befragungen erzielt wurden, so dass sie jeweils in einen breiteren Kontext eingeordnet werden können, der konkrete Rückschlüsse auf die jeweilige Position der befragten Organisationen zulässt. Die Arbeitsstelle hat darüber hinaus aber auch Methoden entwickelt, die
  • eine direkte Gegenüberstellung der Befragungsergebnisse verschiedener Zielgruppen innerhalb befragter Organisationen,
  • die Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdbewertungen, wie auch – bei der Bündelung mehrerer gleichzeitiger Befragungen–
  • ein Benchmarking im Wege von Vergleichen zwischen den beteiligten Organisationen

gestatten. Hinzu kommt die in jedem einzelnen Fall bestehende Möglichkeit eines internen Benchmarking im Wege des Vergleichs zwischen einzelnen Organisationseinheiten und -bereichen. Die angewendeten Verfahren ermöglichen aber darüber hinaus auch die Untersuchung und Bewertung von Entwicklungen und Veränderungen über die Zeit hinweg unter Einschluss der Möglichkeit, die Erfolge von Modernisierungsmaßnahmen aus der Perspektive verschiedener beteiligter oder betroffener Gruppen im Sinne eines Vorher-Nachher-Vergleichs zu analysieren und zu evaluieren.

  • Die erfahrungs- und qualifikationsbegründete Kompetenz der Arbeitsstelle wird u.a. darin sichtbar, dass im allgemeinen Rücklaufquoten von über 50% erzielt werden, dass aber dort, wo von der Arbeitsstelle Wert darauf gelegt wird, dieses Ziel zu erreichen, und wo die befragten Organisationen ausreichende Unterstützung gewähren, auch die 75%-Grenze zu erreichen und zu überschreiten möglich ist.
  • Die Arbeitsstelle verfügt über Erhebungsinstrumente, die in vielen Befragungen getestet sind und deren Zuverlässigkeit und Aussagekraft somit als „optimal“ eingestuft werden kann. Auf dieser Grundlage können Standardelemente von Fragebögen angeboten werden, deren Anwendung u.a. auch ein Höchstmaß von Vergleichbarkeit nach außen garantiert. Zu­sätzlich zu diesen Standardelementen können jedoch aufgrund langjähriger Erfahrungen mit der Fragebogenentwicklung in jede Befragung Sonderfragen aufgenommen werden, mit denen spezifischen Informationsinteressen einzelner Befragungskunden im erforderlichen Ausmaß Rechnung getragen wird.
  • Die Arbeitsstelle ist in jedem einzelnen Fall darum bemüht, die enormen Erkenntnismöglichkeiten auszuschöpfen, welche sich mit der Anwendung moderner Analysemethoden verbinden. Die „Produkte“, die sie ihren Auftraggebern zur Verfügung stellt, schließen zwar „deskriptive“ Datenbände und Grundauswertungen ein, die durch Graphiken und Texte veranschaulicht und verdeutlicht werden. Bei jeder Befragung werden aber auch vertiefende Auswertungen mitgeliefert, welche auf „Daten­analysen“ im anspruchsvolleren Sinne des Wortes aufbauen. Zu diesem Zweck werden überall, wo dies möglich ist, die methodischen Instrumente der schließenden Statistik zum Einsatz gebracht. Der Ertrag besteht u.a. darin, dass die Gegebenheiten nicht nur sichtbar gemacht, sondern im Hinblick auf die in ihnen zur Geltung kommenden Verursachungsfaktoren und Bedingungszusammenhänge „zum Reden gebracht“ werden. Man kann dann z.B. ablesen, wo man ansetzen muss, um die Arbeitsmotivation von Mitarbeitern oder auch die Zufriedenheit der Bürger mit der Verwaltung, mit besonders großen Erfolgsaussichten zu erhöhen.
  • Die Arbeitsstelle will auch Informationsbörse für Verwaltungen sein, d.h. sie stellt Informationen (Know-How) über die Durchführung von Befragungen und Ergebnisse vergangener Befragungen (Durchschnitts­werte) zur Verfügung, so dass interessierte Verwaltungen die Ergebnisse ihrer eigenen Befragungen einordnen können. Diese Arbeit liefert gleichzeitig das Rohmaterial für die wissenschaftliche Arbeit der Arbeitsstelle, deren Ziel es ist, das empirische Methodenwissen – nicht nur im Bereich der öffentlichen Verwaltung – zu verbessern.
  • Die Arbeitsstelle will nicht nur „Daten-, Informations-, oder Wissensproduzent“ sein, sondern ihre Verwaltungskunden aktiv bei der Ableitung praktischer Folgerungen aus Befragungen und ihrer Umsetzung unterstützen. Zu diesem Zweck bezieht sie erstens in die Berichterstattung nicht nur Ergebnisinterpretationen, sondern auch Handlungsempfehlungen ein, die sich direkt auf mögliche Umsetzungsmaßnahmen beziehen. Zweitens halten sich die Verantwortlichen der Arbeitsstelle aber auch dazu bereit, im Anschluss an Befragungen an Umsetzungsworkshops teilzunehmen, oder solche Work­shops zu moderieren.

Leistungsprofil

Verwaltungen, die die Dienste der Arbeitsstelle in Anspruch nehmen wollen, können gesondert oder im Rahmen komplexerer Paketlösungen die folgenden Leistungen angeboten werden:

  • Beratung hinsichtlich der Positionierung von Befragungen in Modernisierungsprozessen;
  • Beratung hinsichtlich der Planung, Anlage und Durchführung von Befragungen;
  • Fragebogenentwicklung;
  • Aufnahme von Daten auf elektronischen Datenträger (soweit nicht schon mit der Erhebung verbunden);
  • Einfache Datenaufbereitung und –auswertung;
  • Statistische Datenanalyse unter Anwendung verschiedener Verfahren (z.B. Faktoren- und Clusteranalysen, Regressionsanalysen etc.);
  • Kausalanalytische Ergebnisinterpretation;
  • Visualisierung von Ergebnissen mit Hilfe projektionsfähiger Tabellen, Charts und Schaubilder;
  • Berichterstellung;
  • Ergebnispräsentation;
  • Umsetzungsberatung;
  • Schulung von Umsetzern oder Umsetzungsberatern, Teammoderatoren etc.;
  • Durchführung von Workshops im Vorfeld von und im Anschluss an Befragungen.

Die Arbeitsstelle ist darüber hinaus in der Lage, komplexere Modernisierungsabläufe zu beraten, (mit-) zu planen oder zu moderieren, soweit sie „interaktiver“ Natur sind, d.h. teamförmig und/oder beteiligungsintensiv ablaufende (Selbst-) Bewertungs-, Informations- und Meinungsbildungsprozesse einschließen und sich ggf. mit Befragungen verbinden. Als Beispiele können Selbstbewertungsworkshops, Organisationsanalysen, aufgabenkritische Organisationsdurchleuchtungen und Leitbildentwicklungen genannt werden.

Für Fragen steht Ihnen Herr Dr. Kai Masser, M.A., Mag.rer.publ., unter Telefon 06232/654-302 und E-Mail kmasser@dhv-speyer.de zur Verfügung.


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