Internationale Kooperationen

Mit der Escola d'Administració Pública de Catalunya, Barcelona (Spanien), besteht seit 1987 ein Abkommen über Zusammenarbeit, das sich auf die gegenseitige Information über die Forschung auf dem Gebiet der Verwaltungswissenschaften, die regelmäßige Veranstaltung gemeinsamer Seminare und anderer wissenschaftlicher Veranstaltungen über die öffentliche Verwaltung sowie den Austausch von Mitarbeitern und Veröffentlichungen erstreckt. Vom 16. bis 18. November 2005 fand in Speyer das 9. Gemeinsame Seminar zum Thema "Aktuelle Probleme des Verwaltungsrechts im Zeichen der Europäisierung" unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann und Prof. María Jesus Montoro Chiner statt. – Regelmäßige Kontakte unterhält das Forschungsinstitut auch zum Instituto Nacional de Administración Pública (INAP) in Madrid, das dem spanischen Ministerium für öffentliche Verwaltung angegliedert ist. Die wissenschaftliche Verbindung findet vor allem im Rahmen von Tagungen und dem systematischen Austausch von Publikationen statt.

Auch die Beziehungen des FÖV zum Internationalen Institut für Verwaltungswissenschaften, mit Sitz in Brüssel (Belgien), dessen Mitglied das FÖV ist, wurden und werden fortentwickelt. So war Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Siedentopf 1999 Präsident der Deutschen Sektion des Instituts und gehört derzeit dem Vorstand an. Univ.-Prof. Dr. Dr. Klaus König war bis 2001 Vizepräsident des Instituts und übte das Amt des Vizepräsidenten der Deutschen Sektion aus. Im Rahmen der Zusammenarbeit finden regelmäßig gemeinsame Tagungen statt, eine der letzten Tagungen der Deutschen Sektion des IIAS unter der wissenschaftlichen Leitung des FÖV-Ehrenmitglieds Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Bull (Präsident der Deutschen Sektion des IIAS) und des Direktor des FÖV, Univ.-Prof. Dr. Jan Ziekow, fand vom 27. bis 28. September 2006 in Speyer statt. 

Über die Leiterin der Sektion II, Univ.-Prof. Dr. Gisela Färber, kooperiert das FÖV mit der Association of Local Public Economics (ALPES), Ferrara (Italien). 

Das FÖV wirkt an internationalen Forschungsaktivitäten und wissenschaftlichen Tagungen im Rahmen des Transatlantic Policy Consortium (TPC) mit. Das TPC ist ein Netzwerk von derzeit knapp 40 europäischen und nordamerikanischen Universitäten und Forschungsinstitutionen auf dem Gebiet der Verwaltungswissenschaften, das im Jahr 1998 gegründet wurde und dessen Mitglieder je zur Hälfte aus den USA und der Europäischen Union kommen. Univ.-Prof. Dr. Eberhard Bohne, Leiter der Sektion III, wurde im September 2001 zum Co-Chairman des TPC Research Committee gewählt. Der Ausschuss schlug im Juni 2002 sieben Forschungsthemen, davon zwei von Mitgliedern des FÖV stammende, für gemeinsame transatlantische Projekte vor und leitete einen Konsultationsprozess mit dem Ziel ein, gemeinsame Forschungsprojekte europäischer und nordamerikanischer Institutionen in Gang zu setzen. Alle zwei Jahre findet – abwechselnd in den USA und Europa – eine wissenschaftliche Tagung statt. – Auch mit der National Academy of Public Administration (NAPA) der Vereinigten Staaten von Amerika besteht ein wissenschaftlicher Kontakt. In Anknüpfung an ein 1998 am FÖV durchgeführtes Forschungsseminar sollen künftig gemeinsame Veranstaltungen regelmäßig in einem Turnus von zwei Jahren fortgeführt werden. Univ.-Prof. Dr. Dr. Klaus König wurde im Jahr 2002 zum „Honorary Fellow“ der NAPA ernannt.

Enge Kontakte mit der Akademie für Volkswirtschaft bei der Regierung der Russischen Föderation in Moskau bestehen seit 1995. Im November 1996 wurde eine formelle Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf die Themen Verwaltungsstrukturen und -verfahren im Zentralstaat und den Teilgebieten (einschließlich des öffentlichen Dienstrechts), Staatsaufgaben in der sozialen Marktwirtschaft sowie die Europäische Integration und internationale Kooperation. 

Seit 1992 besteht eine enge Zusammenarbeit von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Siedentopf und Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann mit dem thailändischen Staatsrat und ab 2000 auch mit der neu eingerichteten Verwaltungsgerichtsbarkeit (Oberster Verwaltungsgerichtshof) in Thailand. In sechs Dialogseminaren begleiteten die Mitglieder des FÖV die Ausarbeitung eines Verwaltungsverfahrensgesetzes und einer Verwaltungsgerichtsordnung für Thailand und erarbeiteten mit den thailändischen Partnern Leitlinien für ein modernes Verwaltungsrecht sowie eine Rationalisierung der Gesetzgebung. Diese Fragestellung wurde im Rahmen einer weiteren Zusammenarbeit vertieft, zuletzt im Rahmen einer Tagung im März 2006 zum Thema Europäisierung und Internationalisierung der öffentlichen Verwaltung. 

Am 28. September 2004 unterzeichneten Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann (in Vertretung des Direktors des Forschungsinstituts) und der Rektor der brasilianischen Bundesuniversität Fluminense, Professor Cícero Mauro Fialho Rodrigues, in Niterói einen Kooperationsvertrag, an dem auch die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer beteiligt ist. Zuvor hatte Professor Sommermann in Brasilia Vorträge im Rahmen eines von der Bundesuniversität Fluminense gemeinsam mit dem obersten Rechtsprechungsrat veranstalteten internationalen Seminars über "A tutela judicial no sistema multinível" und eines daran anknüpfenden Workshops sowie in Rio de Janeiro im Rahmen eines ebenfalls von der Bundesuniversität Fluminense mit der Gerichtsbarkeit des Staates Rio de Janeiro organisierten Seminars zum Thema "Direito Processual Público" gehalten. Der seit dem Jahr 2000 bestehende wissenschaftliche Austausch, der auf brasilianischer Seite von Bundesrichter Prof. Dr. Ricardo Perlingeiro Mendes da Silva initiiert wurde, fand seitdem in wissenschaftlichen Veranstaltungen in Brasilien und Deutschland unter Einbeziehung der Justiz und Verfassungsgerichtsbarkeit beider Länder Gestalt. Zur Vertiefung der Zusammenarbeit wurde eine Forschergruppe gebildet, der auch Wissenschaftler der Universität Erfurt und der Universität von Buenos Aires angehören und die sich mit Fragen des Rechtsschutzes im Mehrebenensystem befasst. Zuletzt fand in der Zeit vom 30. November bis zum 3. Dezember 2005 ein Seminar der Forschergruppe an der Bundesuniversität Fluminense mit dem Schwerpunkt "Rechtsschutz im Umweltrecht" statt. An der Veranstaltung nahmen aus Speyer Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann und Herr Ass. iur. Lippold Frhr. von Bredow teil. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Forschergruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der brasilianischen Partnerorganisation CAPES gefördert.

Am 19. Dezember 2005 hat eine fünfköpfige Delegation des Korea Institut of Public Administration (KIPA) das FÖV in Speyer besucht. Im Rahmen dieses Besuchs unterzeichneten der Präsident des KIPA, Herr Dr. Joong-Yang Kim, und der Direktor des FÖV, Herr Univ.-Prof. Dr. Jan Ziekow, einen Kooperationsvertrag. Mit der Vereinbarung hat das Institut einen wichtigen strategischen Kooperationspartner für den asiatischen verwaltungswissenschaftlichen Kontext gewinnen können.

Seit 2006 ist das FÖV ein Mitgliedsinstitut in der "International Association of Centers for Federal Studies (IACFS)". Die IACFS ist eine weltweite interdisziplinäre Vereinigung von Forschungszentren und Instituten mit Interessen in unabhängiger Forschung und Veröffentlichung über politische, verfassungsmäßige, gesetzliche, administrative, fiskalische, wirtschaftliche, historische und philosophische Themen, die für politische Systeme wichtig sind, die eine föderative Kennzeichnung aufweisen. Die Vereinigung hat die Zielsetzung, das Studium und Verständnis von föderativen Prinzipien und Mustern in ihrer gesamten Vielfalt zu fördern.

Das FÖV ist darüber hinaus über die vielfältigen internationalen Kontakte einzelner Institutsangehöriger mit der internationalen Verwaltungsforschung vernetzt.


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