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Gremienwesen 

und staatliche

 Gemeinwohlverantwortung

Tagung des Forschungsinstituts

für öffentliche Verwaltung 

unter Leitung von 

Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann 


 

 

In den Medien stößt man fast täglich auf Meldungen, die die Einsetzung eines neuen Gremiums verkünden. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind die von Bundeskanzler Gerhard Schröder einberufene „Expertenkommission Unternehmensübernahme“, die von Altbundespräsident Richard von Weizäcker geleitete „Wehrstrukturkommission“ oder die von Innenminister Otto Schily initiierte „Zuwanderungskommission“ unter Vorsitz von Rita Süßmuth. Neben diesen neuen, insbesondere im Bereich der Politikberatung angesiedelten Gremien stellen aber auch die etablierten Gremien, wie die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, die Filmförderungsanstalt, die Ethik-Kommissionen der Ärztekammern oder die Reaktorsicherheits- und die Strahlenschutzkommission Gegenstände öffentlichen Interesses dar.  

Begleitend zum Forschungsprojekt „Vorbereitung und Übernahme staatlicher Entscheidungen durch plural zusammengesetzte Gremien“ fand vom 27. bis 28. April diesen Jahres ein mit hochrangigen Wissenschaftlern und Gremienmitgliedern besetztes Forschungssymposium zum Thema „Gremienwesen und staatliche Gemeinwohlverantwortung“ statt.  

Zu den Referenten gehörten neben Univ.-Prof. Dr. Thomas Groß, Justus Liebig Universität Gießen, der  zum Thema „Gremienwesen und demokratische Legitimation“ referierte sowie Univ.-Prof. Dr. Klaus Grupp, Universität des Saarlandes, der die Rechtsschutzproblematik in Bezug auf das Gremienwesen behandelte, auch zahlreiche Mitglieder repräsentativer Beratungs- und Entscheidungsgremien, u.a. Prof. Dr. Dr.-Ing. E.h. Adolf Birkhofer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit und langjähriger Vorsitzender der Reaktorsicherheitskommission, Dr. Dieter Engels, Vizepräsident des Bundesrechnungshofes und stellvertretender Vorsitzender des Bundespersonalausschusses, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, Rektor der Universität Potsdam und langjähriges Mitglied der deutschen Lebensmittelbuchkommission, sowie der Vorsitzende der Filmförderungsanstalt Rolf Bähr und die stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, Dr. Bettina Brockhorst. Außerdem vertreten waren die Ethik-Kommissionen bei den Ärztekammern Rheinland-Pfalz und Hessen durch die Richterinnen Dr. Erika Bokelmann und Elisabeth Wind, der VDI durch Dr. Volker Brennecke und die Enquête-Kommissionen des Deutschen Bundestages durch den Leiter des Sekretariats der Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“, Dr. Martin Schenkel sowie Dr. Angelika Köster Loßack, MdB, welche in der 13. Legislaturperiode Mitglied der Enquête-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ war.  

Die Ziele der von der Fritz-Thyssen-Stiftung unterstützten Veranstaltung, Einblicke in die interne Gremienarbeit zu erlangen und Wissenschaft und Praxis zusammenzuführen, wurden mehr als erreicht, konstatierte Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann am Ende der Veranstaltung, die von den Teilnehmern als gelungen beschrieben wurde. 

Unter dem Titel "Gremienwesen und staatliche Gemeinwohlverantwortung" ist in der Schriftenreihe der Hochschule im Verlag Duncker & Humblot ein Tagungsband erscheinen.

 

 



Forschungsprojekt: 

Vorbereitung und Übernahme staatlicher Entscheidungen durch plural zusammengesetzte Gremien
Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV)   

Postfach 1409 - D-67324 Speyer