Forschergruppe "Governance der Forschung"

Das Projekt

ASSOZIIERTES PROJEKT

Effizienz- und Effektivitätssteigerung in der Forschung – Erfolge der veränderten Anreizstrukturen für Wissenschaftler durch die Outputsteuerung an Hochschulen in Deutschland

Univ.-Prof. Dr. Berthold U. Wigger
Universität Erlangen-Nürnberg

1. Ausgangslage

Unzureichende Leistungsorientierung und fehlende Anreizstrukturen in der Finanzierung von Hochschulen werden als wesentliche Ursache für mangelnde Effizienz, Leistungsbereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit genannt. Die Literatur in diesem Bereich beschäftigt sich mit Systemen der leistungsorientierten Ressourcensteuerungsverfahren und der Schaffung finanzieller Anreize sowohl zwischen Hochschulen als auch hochschulintern. Es wird davon ausgegangen, dass über die leistungsorientierte Vergabe finanzieller Mittel eine Steuerung der Hochschulentwicklung in Richtung eines definierten Hochschulprofils ermöglicht und eine Leistungssteigerung bei den Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern hervorgerufen wird. An deutschen Hochschulen sind verschiedene Systeme der leistungsorientierten Mittelvergabe eingeführt worden. Gesicherte Erkenntnisse über die damit erzielten Steuerungswirkungen liegen bisher allerdings kaum vor. 

Generelle Zielsetzung der Reformbemühungen ist Führende wie Ausführende zu ergebnisorientiertem Denken und Handeln zu bewegen, dem wissenschaftlichen Personal möglichst viel Handlungsfreiraum zur „unternehmerischen Flexibilität“ zu gewähren, sowie ein geschlossenes Informationssystem (Rechnungswesen, Berichtssystem) für die Führungsebene zu etablieren. In der Studie werden die Reformaktivitäten in den verschiedenen Teilbereichen erfasst und untersucht, ob das verfolgte Ziel der Ergebnisorientierung durchgesetzt werden konnte.

Dabei stellt sich die zentrale Frage, wie die Qualität des Outputs in Forschung und Lehre der Hochschulen bewertet werden kann. Aktuelle Ansätze der Leistungsbewertung sind der Einsatzneutraler Evaluationsagenturen sowie die Messung der Anzahl von Abschlüssen, Veröffentlichungen, Promotionen, Vorträgen, Rankings auf Basis von Studentenbefragungen etc.

2. Zielsetzung des Forschungsprojektes

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Steigerung von Effizienz und Leistung der Hochschulforschung durch die Veränderung der Steuerungs- und Anreizsysteme im Hochschulwesen zu analysieren. Die Untersuchung von Allokations- und Produktionseffizienz von Hochschulen bildet dabei die Klammer für alle Teildisziplinen der ökonomischen Hochschulforschung. Zwar gibt es zahlreiche Untersuchungen zur Ineffizienz traditioneller öffentlicher Unternehmen im Allgemeinen und öffentlicher Hochschulen im Besonderen. Untersuchungen zu den konkreten Erfolgen, die mit dem Neuen Steuerungsmodell erzielt worden sind, gibt es bisher aber kaum.

3. Vorarbeiten

In einem vorangegangenen Projekt wurden auf Basis einer Online-Befragung aller deutschen Hochschulen die Reformaktivitäten an deutschen Hochschulen erfasst. Befragt wurden Vertreter der Hochschulleitung (Kanzler / Verwaltungsleiter). Ziel der Online-Befragung war eine Erfassung der angewandten Reformkonzepte und -instrumente in ihrer ganzen Breite, eine Abfrage der allgemeinen Zielsetzung der Projekte und eine Bewertung der Reformerfolge aus Sicht der Hochschulleitungen.

4. Arbeitsplan

Der gewonnene Datensatz dient dem geplanten Forschungsprojekt als Grundlage zur Identifizierung und Auswahl repräsentativer Hochschulen für die einzelnen Bundesländer und deren Reformkonzepte. Dabei werden besonders Hochschulen ausgewählt, die den Schwerpunkt ihrer Veränderungsbemühungen im Bereich der Anreizsteuerung des wissenschaftlichen Personals sehen. Mit Hilfe von vertiefenden Experteninterviews an den entsprechenden Einrichtungen sollen die Veränderungen der Kosten der Forschung, der Drittmittelquoten, der Forschungsoutputs, der Anteile des wissenschaftlichen Personals, sowie die Veränderungen weiterer quantitativer Performance-Indikatoren erfasst werden. Diese Input- und Output-Daten dienen dem Projekt als Grundlage für die Untersuchung der möglichen Effizienz- und Effektivitätssteigerungen durch veränderte Governancestrukturen und ermöglichen weiterhin den Vergleich der unterschiedlichen Reformansätze der Länder auf quantitativer Basis. 

Abschließend werden die empirischen Ergebnisse im Kontext ökonomie- theoretischer Erkenntnisse zu Anreizeffekten neuer Steuerungsinstrumente diskutiert. Besonderes Interesse gilt der Frage, ob durch die einzelnen Anreizinstrumente auch deutliche Fehlsteuerungseffekte und damit Effizienzverluste aufgetreten sind oder ob insgesamt positive Effekte dominieren.


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