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Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung

Governance- und Anreizstrukturen zur Förderung kommunaler Prävention für Kinder und Jugendliche im europäischen Vergleich

Das Schlagwort der „sozialen Investitionen" im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik, maßgeblich getrieben durch mehrere weiche, nicht-bindende Initiativen der Europäischen Union, hat sich in den vergangenen Jahren einen immer prominenteren Status in der Debatte um eine nachhaltigere Sozialpolitik erarbeitet. Anders als „klassische", primär kompensierende, d.h. erst nach dem Eintritt von Problemlagen greifende Maßnahmen, ist der sozialinvestive Ansatz auf frühzeitige, präventiv wirkende Maßnahmen fokussiert, um Problemlagen erst gar nicht eintreten zu lassen. Zusätzlich greift der Gedanke einer „Investition": frühzeitige Förderung, etwa im Bereich von Bildung und Gesundheit, ermöglicht Kindern und Jugendlichen ein „gelingenderes" Aufwachsen, etwa in Form besserer Zukunftschancen und stärkerer gesellschaftlicher Teilhabe und verringert die Wahrscheinlichkeit späterer, mit sozialen Problemen eihergehender und ungleich höherer „Folgekosten".

Die Verankerung und der Erfolg derartiger präventiver Konzepte für gelingendes Aufwachsen ist in den europäischen Staaten allerdings unterschiedlich ausgestaltet. Die Staaten unterscheiden sich nicht nur in der Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Staats- und Verwaltungsebenen, der Fragmentierung der Angebotsstrukturen und den Finanzierungs- und Steuerungsarrangements, sondern auch in ihrer inhaltlichen Ausrichtung und dem Verständnis von Prävention. Dies macht einen europäischen Vergleich anspruchsvoll und vielversprechend zugleich.

Es geht also einerseits darum, funktionale Äquivalente für bestimmte Glieder der Präventionsketten zu identifizieren und doch wieder an ihren jeweiligen spezifischen Kontext rückzubinden. Andererseits ist es das Ziel, erfolgreiche Konzepte zu entdecken und am deutschen Kontext zu spiegeln. Dabei kann es nicht um den simplen Import von Blaupausen gehen, sondern eine wohlüberlegte Einpassung in das eigene System.

Die europäische Vergleichsstudie geht dabei in mehreren Schritten vor:

  1. Erstellung eines matrixartigen Überblicks präventiver Strukturen in zehn EU-Mitgliedsstaaten anhand von differenzierten Fallkonstellationen („Kerninventur")
  2. Durchführung dreier vertiefender Fallstudien auf Basis der „Kerninventur"
  3. Erhebung zum möglichen Transferpotenzial analysierter und erfolgreicher Präventionskonzepte in den deutschen Kontext

 

Projektleitung

Prof. Dr. Stephan Grohs

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Projektbearbeiter

Niclas Beinborn, M.A.

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Projektbearbeiter

Nicolas Ullrich, M.A.

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Laufzeit

1.10.2017 - 31.12.2018

Projektfinanzierung

Bertelsmann Stiftung

ESF in NRW