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Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung

Ver­wal­tungs­stile inter­natio­naler Orga­nisa­tionen

Aus­gehend von der zu­nehmen­den Be­deu­tung inter­natio­naler Orga­nisa­tionen für die poli­tische Steuerung auf natio­naler wie inter­natio­naler Ebene unter­sucht das Pro­jekt, ob und in­wie­weit sich unter­schied­liche Ver­wal­tungs­stile inter­natio­naler Orga­nisa­tionen beob­achten lassen und wie sich diese auf die Aus­ge­staltung inter­natio­naler Policies nieder­schlagen. Die EU-Admini­stration ist ein be­deu­tender Teil der unter­suchten Orga­nisa­tionen. Die ver­glei­chende Policy-Analyse hat früh den Ent­schei­dungs­bei­trag von Ver­wal­tungen für Poli­tik­inhalte und die Aus­ge­staltung poli­tischer Pro­zesse betont. Ein wesent­liches Ele­ment sind spezi­fische Stile von Ver­wal­tungs­ein­heiten, in die so­wohl poli­tische wie ad­mini­strative Ak­teure invol­viert sind. Das Teil­projekt unter­sucht die Rele­vanz sol­cher Ver­wal­tungs­stile. Dabei be­ziehen sich Ver­wal­tungs­stile auf Muster der Policy-Ini­tiative (anti­zipa­torisch vs. reak­tiv), Modi der Policy-Formu­lierung (in­kre­mental vs. synop­tisch) und Im­ple­men­tations­weisen (inter­ventio­nis­tisch vs. volun­ta­ris­tisch). Ihre Unter­suchung ist von grund­legender Be­deu­tung für die ver­glei­chende Ana­lyse von Policy-Pro­zessen, da sie eine Filter­funktion wahr­nehmen, die manche Policy-Optionen wahr­schein­licher machen als andere und so dazu beitragen, die em­pi­risch vor­find­bare Varianz von Poli­tiken zu er­klären.

Bis­lang hat sich die inter­natio­nale Forschung nur am Rande mit den Stilen inter­natio­naler Ver­wal­tung be­schäf­tigt. Dabei stellen sich an­ge­sichts der Be­sonder­heiten inter­natio­naler Ver­wal­tungen eine Reihe inte­ressanter theo­retischer und empi­rischer Fragen: Im Gegen­satz zu ihren natio­nalen Gegen­stücken weisen Inter­natio­nale Ver­wal­tungen nur eine kurze Lebens­spanne und eine Viel­zahl natio­naler Ein­flüsse auf. Eine wich­tige Frage ist daher, ob be­stimmte natio­nale Stile die inter­natio­nalen Ver­wal­tungen prägen, es zu mehr oder weniger funk­tio­nalen Mischungen kommt oder sich ein eigen­ständiger – inter­natio­naler – Ver­wal­tungs­stil heraus­bildet. Durch die ver­glei­chende Ana­lyse orga­nisa­tio­naler Cha­rak­te­ris­tiken und ver­glei­chenden Fall­studien in drei Problem­feldern (Wasser-Gover­nance, Finanz­krisen­manage­ment, Migra­tion) zielt das Pro­jekt darauf ab, (1) einen um­fassenden theo­retischen Rahmen zur Unter­suchung ad­mini­strativer Stile zu be­gründen; (2) einen theorie­geleiteten empi­rischen Zu­gang zur Ana­lyse der Varianz von Ver­wal­tungs­stilen in inter­natio­nalen Ver­wal­tungen zu ent­wickeln, (3) die Viel­falt iden­tifi­zier­barer Ver­wal­tungs­stile zu er­klären und schließ­lich (4) durch ein­gehende Fall­studien in aus­ge­wählten Fällen zu er­gänzen.

Das Pro­jekt ist Teil der DFG-Forscher­gruppe „Inter­natio­nale Ver­wal­tung. Ent­stehung und Ent­wick­lung von Ver­wal­tungs­mustern und ihr Ein­fluss auf die inter­natio­nale Politik­gestal­tung“.