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Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung

Der Europäische Verwaltungsraum

Die Inte­gra­tion Europas be­ein­flusst die Praxis des Re­gie­rens und der Ver­wal­tung der Mit­glied­staaten tief­greifend. Das Unions­recht führt heute zu einer immer weiter gehen­den An­glei­chung der natio­nalen Rechts­ord­nungen und immer inten­sive­ren Ko­ope­ratio­nen der natio­nalen Ver­wal­tungen unter­einander sowie mit den Or­ga­nen, Ein­rich­tungen und Stellen der Euro­päi­schen Union. Die Euro­päi­sche Union wird in der euro­päi­schen Politik-, Ver­waltungs- und Rechts­wissen­schaft zu­neh­mend als „Euro­päi­scher Ver­wal­tungs­raum“ be­grif­fen, inner­halb dessen die ko­ope­rie­ren­den Be­hör­den und Stellen der Mit­glied­staaten und der Euro­päi­schen Union als „Euro­päi­scher Ver­wal­tungs­verbund“ agie­ren. Politik-, ver­waltungs- und rechts­wissen­schaft­liche Unter­su­chungen, die sich mit diesem Euro­päi­sie­rungs­phäno­men aus­ein­an­der­setzen, sind sehr zahl­reich. Vor­rangig wer­den jedoch die sich aus der Euro­päi­schen Inte­gra­tion er­geben­den Hand­lungs­zwänge und Ver­ände­rungen für die natio­nale Poli­tik und Ver­wal­tung und die (Ak­zep­tanz-)Grenzen der Euro­päi­schen Inte­gra­tion unter­sucht. Dies ver­mittelt das Bild einer weit­gehend euro­päisch de­ter­mi­nier­ten mit­glied­staat­lichen Poli­tik und Ver­wal­tung.

Zwischen den Mit­glied­staaten be­stehen jedoch – wie aktuell die Finanz- und die Flücht­lings­krise zeigen – nach wie vor er­heb­liche struk­tu­relle Unter­schiede in der Rechts- und Ver­wal­tungs­kultur. Sie zeigen sich so­wohl in der poli­tischen Prio­ri­tä­ten­setzung (auch bei der Im­ple­men­tie­rung unions­recht­licher Vor­gaben), dem Demo­kratie- und Rechts­ver­ständ­nis, den Auf­gaben, der Orga­nisa­tion, Aus­stattung und Struktur der öffent­lichen Ver­wal­tung als auch in der Aus­bil­dung und Re­kru­tie­rung der An­ge­hörigen des öffent­lichen Dienstes und der Juristen­aus­bil­dung. Diese Unter­schiede zwischen den Mit­glied­staaten wer­den von den EU-Insti­tutio­nen offen­bar nicht als grund­legen­des Pro­blem ver­stan­den. Der Pro­gramm­bereich „Euro­päi­scher Ver­wal­tungs­raum“ legt daher den Fokus auf die be­stehen­den poli­tisch-admini­strati­ven Ge­stal­tungs­spiel­räume der Mit­glied­staaten in der Euro­päi­schen Inte­gra­tion. Die For­schung des Programm­bereichs konzen­triert sich daher sowohl auf die Aus­lotung der poli­tisch-admini­strati­ven Ge­stal­tungs­spiel­räume und Hand­lungs­optio­nen der Mit­glied­staaten inner­halb des durch die Euro­päi­sche Inte­gration ge­setz­ten Rah­mens als auch auf die Frage, wie und in wel­chem Umfang die natio­nale Politik und Ver­wal­tung auch durch die Or­gane, Ein­rich­tungen und Stellen der Union bei der Ge­stal­tung Euro­päi­scher Poli­tiken mit­wir­ken können.

Die ein­zel­nen Pro­jekte des Pro­gramm­bereichs sind drei Kern­forschungs­themen zu­zu­ordnen, die fokussiert auf die Fragen der „Ge­stal­tungs­spiel­räume der natio­nalen Poli­tik und Ver­wal­tung und ihrer Grenzen“ in ein ge­mein­sames For­schungs­konzept inte­griert sind:

Diese Diffe­ren­zie­rung be­ruht auf der Er­kennt­nis, dass sich die admini­strative Zu­sammen­arbeit zwischen den Mit­glied­staaten und den In­sti­tu­tio­nen der Euro­päi­schen Union fak­tisch zwar als neu­artige Ko­ope­ration zwi­schen natio­nalen Re­gie­rungen und zwischen ihren Ver­wal­tungen auf allen poli­tisch-admini­strati­ven Ebenen voll­zieht, der ent­stehen­de euro­päi­sche Ver­wal­tungs­raum jedoch ein Ge­bil­de von großer Hetero­geni­tät ist.

Leiter des Programm­­bereichs

Prof. Dr. Ulrich Stelkens

Prof. Dr. Ulrich Stelkens

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Koordinatorin

Prof. Dr. Cristina Fraenkel-Haeberle

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Flyer des Programm­bereichs „Euro­päi­scher Ver­wal­tungs­raum“

Flyer (English)