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Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung

Digital-transformationale Führung in der Netzwerkverwaltung

Die Netzwerkverwaltung verspricht, staatliche Strukturen grundlegend zu modernisieren, sodass IT in eine bürgeroffene und kundenorientierte Praxis eingebettet ist. Das Forschungsvorhaben „Digital-transformationale Führung in der Netzwerkverwaltung" untersucht, wie eine Führung im öffentlichen Dienst ausgestaltet sein soll, damit solch eine digitale Transformation akzeptanzorientiert und verständnisbasiert gestaltet wird. Eine Netzwerkverwaltung zeichnet sich durch interorganisationale Zusammenarbeit und verschränkte Zuständigkeiten aus. Dies wird insbesondere durch das Aufkommen neuer Informations- und Kommunikationstechnologien und der damit einhergehenden gesellschaftsweiten digitalen Transformation beschleunigt. Für eine solche Netzwerkverwaltung ist eine digital-affine Organisationskultur unerlässlich. Damit einhergehen flexiblere, modularisierte Arbeitsformen und eine organisationsübergreifende, teambezogene Zusammenarbeit, welche die Führungsarbeit zunehmend komplex werden lassen. Ein traditioneller, hierarchieorientierter Führungsstil droht indes obsolet zu werden oder den Wandel zur Netzwerkverwaltung zu behindern. Gleichzeitig bleiben bürokratische Prinzipien im Alltagsgeschäft der Verwaltung gültig und sind mitunter als sinnvoll zu erachten.
Für eine digitale, netzwerkaffine Organisationskultur gilt, dass eine Führung die Chancen einer digitalen Transformation begreift und nutzt: Automatisierte und modularisierte Arbeitsprozesse sind nur erfolgreich, wenn Mitarbeiter ihren Mehrwert kennen und nachhaltig einzusetzen wissen. Dem zuträglich ist ein Führungsstil, der eine von unten gewachsene Änderungsbereitschaft fördert und überkommene Koordinationsmechanismen hinterfragt.
Hinsichtlich einer netzwerkaffinen Personalführung, die eine disziplinen- und kulturübergreifende Zusammenarbeit unterstützt, sind insbesondere folgende Forschungsfragen zu klären:

  • Welcher Führungsstil und welches Führungsverhalten fördert eine digitale, netzwerkaffine Organisationskultur?
  • Welche Herausforderungen bestehen für die Implementierung eines solchen Führungsstils unter den besonderen Voraussetzungen der öffentlichen Verwaltung?
  • Inwiefern lässt sich das Spannungsfeld zwischen hierarchiebezogener und netzwerkaffiner Führung auflösen?
  • Welche kognitiven und motivationalen Faktoren fördern anspruchsvolle, modularisierte Arbeitsformen und eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit?
  • Welche Implikationen sind für das Personalmanagement in der öffentlichen Verwaltung zu ziehen?
Entscheidend ist, dass Mitarbeiter an den organisationellen Schnittstellen fähig und willens sind, Netzwerke zu pflegen und Wissen auszutauschen. Das Projekt greift hierbei bestehende organisationstheoretische Ansätze verbindend auf und entwickelt einen erfolgversprechenden Führungsstil in der digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung. Zeitnah sollen Ergebnisse in einer deutschsprachigen wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht werden, welche den Stand der Literatur darstellt und einen konzeptionellen Rahmen entwirft.

Projektleiter

Prof. Dr. Dr. h.c.* Jan Ziekow (*NUM)

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Projektbearbeiter

Manuel Misgeld, Mag. rer. soc. oec.

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Projektbearbeiter

Markus Wojtczak, M.A.

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