Modernisierung der Verwaltungskommunikation

Nachhaltige Modernisierung der Verwaltungskommunikation

Laufzeit: Seit 01.06.2007

 

Projektleiter: Univ.-Prof. Dr. Rudolf Fisch
Projektbearbeiter: Burkhard Margies M. A.,
Projektbearbeiterin ab September 2008: Ursula Giesen-Winkler M. A.

Hintergrund Zielstellung/
Forschungsfragen
Vorgehen Erwartete Ergebnisse

1. Hintergrund

Gegenstand des Forschungsvorhabens sind die Ergebnisse und Wirkungen des Modernisierungsprojekts "Bürgernahe Verwaltungssprache" des Landesamts für Besoldung und Versorgung Nordrhein-Westfalen (LBV NRW), dass von Mitte 2004 bis Ende 2006 am FÖV unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Fisch durchgeführt wurde. 
Die Orientierung an den Bedürfnissen des Adressaten wird als "Eckpfeiler der Staatsmodernisierung" angesehen. Zentral ist die Qualität des Zugangs der Bürger zu Verwaltungs- (dienst-) leistungen. Da Schriftlichkeit und Aktenmäßigkeit aller Vorgänge zu den Grundprinzipien bürokratischer Organisation gehören, ist auch der Zugang des Bürgers zur Verwaltung und mehr noch der Zugang der Verwaltung zum Bürger in hohem Maße durch Schriftlichkeit gekennzeichnet. Adressatenbezogene Verwaltungsmodernisierung muss daher den behördlichen Schriftverkehr notwendig mit einschließen.

Die Veränderung des "bürokratischen" Sprachstils ist schon häufig Gegenstand von Reformprojekten gewesen. Diesen mangelt es jedoch in der Regel an einer aussagefähigen Erfolgskontrolle. Wissenschaft und Praxis artikulieren hier gleichermaßen großen Untersuchungsbedarf, der mit dem aktuellen Projekt gestillt werden soll.

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 2. Zielstellung/Forschungsfragen

Im Mittelpunkt steht die Nachhaltigkeit der im Rahmen des Modernisierungsprojekts implementierten Maßnahmen. Die Fragestellung des Projekts geht auf unterschiedliche Verständnisse des Nachhaltigkeitsbegriffs ein: Sind die Modernisierungsmaßnahmen der Verwaltungskommunikation nachhaltig, 

  • indem sie zu einem schonenderen Umgang mit den Ressourcen der Behörde beitragen,
  • indem sie zu einer verbesserten Beteiligung betroffener oder interessierter Akteure am Verwaltungshandeln führen,
  • indem sie dauerhaft in die Prozesse und Strukturen der Verwaltungsorganisation implementiert werden konnten?

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3. Vorgehen

Das Untersuchungsvorhaben hat zwei Schwerpunkte, einerseits die Untersuchung der Veränderung des Adressatenbezugs der Verwaltungskommunikation und die damit verbundene erwartete Ressourcenschonung durch die Modernisierungsmaßnahmen, andererseits die Veränderung der kommunikativen Haltung der Organisationsmitglieder durch die dauerhafte Verankerung der Modernisierungsmaßnahmen.

Als konzeptionelle Basis des ersten Schwerpunkts werden Ansätze aus der Kommunikationstheorie, Sozialpsychologie und Psycholinguistik herangezogen und Untersuchungen zu Textverständlichkeit, Akzeptanz des Verwaltungshandelns und Wahrnehmung von Handlungsmöglichkeiten durch die Adressaten vorgenommen. Im zweiten Schwerpunkt wird die Veränderung der Organisationskultur und die Dauerhaftigkeit der Verankerung der Modernisierungsmaßnahmen auf der Basis theoretischer Modelle organisationaler Veränderung, zur Organisationskultur sowie zur bürokratischen Sozialisation untersucht.

Es kommen quantitative als auch qualitative, reaktive und nicht-reaktive Erhebungsmethoden zum Einsatz. Generell werden vergleichende Untersuchungen vorgenommen, die das Kommunikationsverhalten vor- und nach der Modernisierungsmaßnahme abbilden. Geplant sind Adressaten- und Mitarbeiterbefragungen, die Auswertung von Prozess- und Controllingdaten sowie des Schriftverkehrs des LBV.

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4. Erwartete Ergebnisse

Es sollen grundlegende Parameter und Verfahren ermittelt werden, die zum Erfolg von Maßnahmen zur Erhöhung der Nachhaltigkeit der Verwaltungskommunikation und zur nachhaltigen Veränderung der Organisationskultur in Verwaltungsorganisationen beitragen, dadurch wird die öffentliche Verwaltung bei der Optimierung der Wahrnehmung ihrer Ressourcen- und Bedingungsverantwortung unterstützt. Aus den Forschungsergebnissen lassen sich Implikationen für die Ausbildung künftiger Verwaltungsbeschäftigter ableiten.

Der Erfolg der Modernisierungsmaßnahmen bietet über die nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung Einsparpotentiale im Bereich von Bearbeitungs- und Prozesskosten. Mittelbar kann mit der Übertragung der Forschungsergebnisse auf andere Verwaltungsorganisationen eine Verbesserung der Teilhabechancen jedes Bürgers an der gesellschaftlichen Entwicklung erreicht werden, da der Zugang zu Verwaltungsinformationen mit der Verbesserung der Verständlichkeit erleichtert wird.

Die Schließung der oben benannten Forschungslücken wird erwartet, insbesondere im Hinblick auf die Wirksamkeit und nachhaltige Implementierbarkeit von Maßnahmen zur Verbesserung der Verständlichkeit von Behördentexten und zur Veränderung der Kommunikationskultur in der öffentlichen Verwaltung. Die Forschungsergebnisse sollen durch Publikationen und im Rahmen einer fachwissenschaftlichen Tagung an die scientific community weitergegeben werden.

 

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