Problemstellung:
In Wissenschaft und Praxis findet der Begriff "Public Private Partnership" (PPP) Verwendung für eine Vielzahl unterschiedlich ausgestalteter Kooperationen zwischen staatlichen Stellen einerseits und Akteuren aus der Privatwirtschaft bzw. dem zivilgesellschaftlichen Non-Profit-Sektor andererseits. Allerdings haben sich bisherige Versuche, das Phänomen PPP definitorisch zu erfassen, angesichts der Komplexität, der Mannigfaltigkeit und des steten Formenwandels kooperativer Aufgabenerfüllung als unergiebig erwiesen.
Richtet man den Blick sodann auf die Anforderungen an eine erfolgreiche Strukturierung und Steuerung von Kooperationsprozessen, so zeigt sich, dass der Erkenntnis, PPP als Prozess nur in ganzheitlicher und nachhaltiger Betrachtung gerecht zu werden, zwar zunehmend über eine Lebenszyklusorientierung Rechnung getragen wird. Bislang veröffentlichte Darstellungen mit Leitfadencharakter bieten hier zwar eine wertvolle erste Orientierungshilfe, erschöpfen sich jedoch vielfach in einer gleichsam checklistenartigen Auflistung einzelner Prozesselemente und vermögen daher nur begrenzt als Handreichungen für eine zielführende und folgerichtige Verfahrensstrukturierung zu dienen.
Ziele:
Die o. g. Problemstellung zeigt zwei Desiderate der verwaltungswissenschaftlichen Forschung auf. Zum ersten sieht sie sich - als Voraussetzung der nachfolgenden Strukturierung - vor die Aufgabe gestellt, ein Set von Indikatoren zu erarbeiten, um PPP als Verfahrenstypus auf anderem Wege als über eine Begriffsdefinition identifizieren und abgrenzen zu können.
Zum zweiten ist es ihr angelegen, die Akteure der Partnerschaft, vornehmlich auf Seiten der öffentlichen Hand, zu einer zielorientierten Initiierung, Organisation und Stabilisierung des Kooperationsverhältnisses anleiten zu können. Dies erfordert die Entwicklung eines Prozessmodells, welches den gesamten Lebenszyklus des PPP-Vorhabens über die verschiedenen Stadien der Vorbereitung und Implementierung bis zu seiner Beendigung abbildet, die für eine erfolgreiche Projektsteuerung maßgeblichen Erfolgskriterien integriert und hierbei auch parallelen oder phasenübergreifenden Abläufen Rechnung trägt. Ein wesentliches Augenmerk wird hierbei auf der umfassenden prospektiven PPP-Folgenabschätzung in der Frühphase des PPP-Verfahrens liegen.
Das Forschungsprojekt soll eine wissenschaftliche Bündelungsfunktion für zahlreiche Aktivitäten von Bundesregierung, Landesregierungen und privater Wirtschaft übernehmen, um über Kooperationen und Drittmitteleinwerbung den Bereich PPP zu einer mit WiDuT verbundenen Service- und Transferstelle auszubauen. Es ist vorgesehen, das entwickelte Prozessmodell zur begleitenden Evaluation künftiger PPP-Vorhaben einzusetzen.
Zentrale Forschungsfragen:
Welche Merkmale kennzeichnen den Verfahrenstypus PPP? Wie läuft PPP in der Praxis ab? Wie lässt sich PPP als Prozess erfolgreich steuern? Ist eine rechtliche Regelung des empfohlenen PPP-Verfahrensablaufs sinnvoll?
Methodisches Vorgehen:
Eigene Vorarbeiten:
Jan Ziekow, Verankerung verwaltungsrechtlicher Kooperationsverhältnisse (Public Private Partnership) im Verwaltungsverfahrensgesetz, 2001; Jan Ziekow, Public Private Partnership und Verwaltungsverfahrensrecht, in: Karl-Peter Sommermann/Jan Ziekow (Hrsg.), Perspektiven der Verwaltungsforschung, 2002, S. 269 ff.; Jan Ziekow (Hrsg. in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und der Initiative D 21), Public Private Partnership - Projekte, Problem, Perspektiven -, 2003; Jan Ziekow, Mitarbeit am Prozessleitfaden Public Private Partnership" der Arbeitsgruppe "Public Private Partnership" der Initiative D 21, 2003; Jan Ziekow/Alexander Windoffer, Public Private Partnership - Struktur und Erfolgsbedingungen von Kooperationsarenen, in: Neue Zeitschrift für Baurecht und Vergaberecht 6 (2005), i. E.