"Bürgermonitoring in der Metropolregion Rhein-Neckar"
1. Hintergrund: Mit dem Projekt Regionales Bürgermonitoring wird praktisch wie auch wissenschaftlich Neuland betreten. Das Projekt integriert auf innovative Weise Bürgerbefragungen als Beteiligungsverfahren, die repräsentative Ergebnisse liefern und gleichzeitig alle interessierten Bürger an den Befragungen teilnehmen lassen. Innovativ ist auch der Ansatz Bürgerbeteiligung über kommunale Grenzen hinweg in einer Metropolregion zu etablieren. Das vorliegende Projekt hat die Aufgabe das Bürgermonitoring in der Metropolregion Rhein-Neckar, dass zukünftig alle zwei Jahre durchgeführt werden soll, zu initiieren und zu etablieren, so dass langfristig und nachhaltig die Einbindung der Bürger in die Regionalentwicklung möglich wird. Finanzierung: Das Projekt wird gemeinschaftlich jeweils zur Hälfte vom FÖV und von der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) GmbH finanziert. Kooperationen: Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem FÖV und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Die organisatorische Projektleitung obliegt der MRN GmbH, die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Helmut Klages, Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer. Projektpartner sind ebenso die Universität Jena, und sinus sociovision, Heidelberg. Die Telefonbefragung wird von C.M.R, Mannheim durchgeführt.
2. Zielstellung/Forschungsfragen: Das Projekt verfolgt das Ziel, die bisherige Lücke der auf Beteiligung angelegten Regionalentwicklung in der Metropolregion Rhein-Neckar zu schließen und nach der Einbindung funktionaler Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden nun auch die Bürger aktiv einzubinden und deren Potenziale zu erschließen. Das Projekt ist zugleich ein Aktivierungstool, durch das die Bürger für die Arbeit der Regionalentwicklung sensibilisiert werden, ein Analysetool, um die Interessen der Bürger in die Arbeit der Regionalentwicklung aufnehmen zu können, und ein Controllingtool zur Erfolgskontrolle der Arbeit der Regionalentwicklung. Inhaltlich strukturiert sich das Bürgermonitoring in zwei Bereiche: Erstens die Wahrnehmung und Kenntnis der Region und die Identifikationsmuster in der Region und zweitens der Bewertung der zentralen Arbeitsfelder der gemeinschaftlichen Regionalentwicklung durch die Bürger.
3. Vorgehen: Im Vorfeld der Hauptbefragung wird eine Pilotstudie mit 300 Telefoninterviews durchgeführt. Die Ergebnisse liefern unmittelbar methodische und inhaltliche Erkenntnisse, die in das Befragungsdesign der Hauptbefragung einfließen. Die Hauptbefragung wird ebenfalls telefonisch (CATI) durchgeführt. In der Metropolregion Rhein-Neckar werden 2000 Haushalte zufällig ausgewählt und die Zielperson nach der "Last-birthday-Methode" ausgewählt und befragt. Befragt werden Personen ab 16 Jahre, die in der Metropolregion Rhein-Neckar leben. Neben der repräsentativen Stichprobe hat jeder Bürger die Möglichkeit, sich an dieser Befragung zu beteiligen. Dies kann sowohl über den internetbasierten Fragebogen erfolgen als auch postalisch. Der abschließende Bericht wird flankiert von Stellungnahmen seitens der Verantwortlichen der Regionalentwicklung zu Anregungen, Interessen und Vorschlägen der Bürger.
4. Ergebnisse: Das Bürgermonitoring erweitert die durch die kommunale Statistik zur Verfügung stehenden objektiven Daten der Region um die subjektive Wahrnehmung und Einschätzung unterschiedlicher Lebensbereiche durch die Bürger. Gleichzeitig können mit der Institutionalisierung des Bürgermonitorings auch regionale Veränderungen und Entwicklungen bezüglich der Zufriedenheiten und der Veränderungen der regionalen Identität dokumentiert werden. Die Ergebnisse des Bürgermonitoring bilden die Grundlage für Maßnahmen des Regionalmarketing und beteiligen Bürger somit an der Gestaltung der Metropolregion. Das Projekt leistet auch für andere Metropolregionen eine wichtige Vorreiterfunktion, indem es das Beteiligungsmodell in der Praxis anwendet und Erfahrungen bezügl. Vorgehen und inhaltlichen Schwerpunkten zur Verfügung stellt.